Ereignisreicher Auftakt in der Steiermark
Bei schwierigen Bedingungen eroberte Lucas Auer für WINWARD Racing im DTM-Samstagsrennen auf dem Red Bull Ring einen Punkt.

Nach einem desaströs verlaufenen Qualifikationstraining hat das Mercedes-AMG Team WINWARD im Samstagsrennen des siebten DTM-Wochenendes der Saison auf dem Red Bull Ring in Österreich mit einer starken Aufholjagd geglänzt. Von ganz hinten gestartet, erkämpfte sich Lucas Auer (29, Kufstein) im Knaus Mercedes-AMG GT3 einen Punkt für die Gesamtwertung. Teamkollege David Schumacher (21, Salzburg), nach einem Unfall im Qualifying aus der Boxengasse ins Rennen gegangen, fuhr im Ravenol-Schwesterauto auf den 18. Rang nach vorne.
Dass es ein harter erster Renntag auf dem 4,3 Kilometer langen Kurs in der Steiermark werden würde, war der Mannschaft aus Altendiez schon nach dem morgendlichen Qualifikationstraining klar. Bei teilweise feuchter, aber abtrocknender Piste entschied sich die WWR-Teamleitung, beide Autos auf profillosen Slicks auf die Bahn zu schicken – in der Erwartung, dass sich diese Reifenwahl in den letzten Minuten auszahlen würde.
Die Hoffnung erwies sich als falsch. Während Auer sich auf dem 27. Startplatz wiederfand, kam Schumacher schon in seiner Aufwärmrunde von der Bahn ab und schlug hart in der Streckenbegrenzung ein. „Beim Anwärmen der Bremsen drehten ganz kurz die Hinterräder durch, das Auto brach aus, und ich war nur noch Passagier“, schilderte der unverletzt gebliebene Wahl-Österreicher. Entgegen der anfänglich düsteren Prognosen gelang es der WWR-Mannschaft, den schwer beschädigten Rennwagen in weniger als drei Stunden so zu reparieren, dass Schumacher aus der Boxengasse starten konnte.
Auch das Ein-Stunden-Rennen war von schwierigen äußeren Bedingungen geprägt. Während Schumachers Mercedes-AMG GT3, wie rund drei Viertel des 28 GT3-Boliden umfassenden DTM-Feldes, auf Regenreifen losfuhr und schon nach der ersten Runde auf Position 20 bei Start und Ziel vorbeikam, riskierten Auer und seine Truppe auf der abtrocknenden Bahn Slicks.
Diese Strategie ging nur teilweise auf. Zwar fuhr der Tiroler etwa ab der achten Runde schneller als die regenbereifte Konkurrenz. Allerdings brachen die Rundenzeiten der profilierten Pirelli-Pneus in der Folge nicht so stark ein, dass der Lokalmatador den einkalkulierten Rückstand noch vor dem Öffnen des Boxenstoppfensters in der 20. Rennminute hätte wettmachen können.
„Nachdem wir uns im Qualifying mit der Reifenwahl verzettelt hatten, war auch der Start auf den Slicks im Rennen die schlechtere Option“, analysierte Auer hinterher. „Wir konnten uns zwar um 12 Positionen nach vorne arbeiten, dennoch haben wir uns heute unter Wert verkauft. Wir haben richtig viel Arbeit vor uns. Jetzt geben wir Gas, damit es morgen weiter nach vorne geht.“
Schumacher war mit seinem 18. Schlussrang nicht unzufrieden, obwohl auch das Rennen für ihn nicht nach Wunsch verlief: „Zunächst einmal muss ich meinen Jungs ein dickes Dankeschön aussprechen. Nach dem harten Einschlag im Qualifying dachte ich, der Renntag sei gelaufen. Nach dem Start ging es auf den Regenreifen richtig gut vorwärts, ich konnte mehrere Positionen gutmachen und gute Rundenzeiten fahren. Der Boxenstopp hat perfekt geklappt, und wir waren absolut auf dem Vormarsch. Leider kam uns kurz darauf das Safety Car in die Quere. Weil einige Konkurrenten dadurch beim Stopp weniger Zeit verloren, büßten wir vier Plätze ein. Schade, denn Punkte wären absolut drin gewesen.“
WWR-Teamchef Christian Hohenadel nahm die mäßige Ausbeute seiner Mannschaft auf die Kappe der Teamverantwortlichen: „Wir haben heute einige falsche Entscheidungen getroffen. Wobei der Grat zwischen Hero und Zero bei solchen Bedingungen extrem schmal ist. Manchmal geht eine Strategie auf, manchmal eben nicht. Positiv war einmal mehr der Kampfgeist der gesamten Mannschaft. Davids Auto bis zum Rennen wieder auf die Piste zu bekommen, war eine Glanzleistung. Und sein Boxenstopp im Rennen war der schnellste des gesamten Feldes. Das Potenzial dieser Truppe ist enorm, und wir müssen alles daransetzen, es in die entsprechenden Ergebnisse umzumünzen.“
Die nächste Chance dazu ergibt sich bereits im morgigen Rennen auf dem Red Bull Ring. Der Start erfolgt wiederum um 13.30 Uhr, ProSieben und ran.de sind ab 12.55 Uhr wie immer live dabei.
