WINWARD Racing
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Starke WWR-Teamleistung wird nicht belohnt

WINWARD Racing überzeugt bei den 24 Stunden Spa mit viel Kampfgeist. Ward/Ellis/Dontje fahren auf Klassenrang 4, Ausfall für die Junioren.

Einsatz und Performance hatten gestimmt, doch die Glücksgöttin Fortuna ist der Mannschaft von WINWARD Racing beim größten GT3-Rennen der Welt, den „Crowdstrike Spa 24 Hours“, nicht hold gewesen. Nach 24 intensiven Rennstunden auf der legendären, 7,004 Kilometer langen Ardennen-Achterbahn musste sich das deutsch-texanische Team beim dritten Lauf des „Fanatec GT World Challenge powered by AWS Endurance Cup“ mit einem 38. Gesamtrang für Russell Ward (33, Seabrook/USA), Philip Ellis (30, Zug/CH) und Indy Dontje (30, Alkmaar/NL) zufriedengeben. Damit belegte der Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 57 den vierten Platz im „Gold Cup“. Diese Subwertung ist Rennfahrzeugen vorbehalten, deren Cockpit-Besatzung kombiniert maximal den FIA-Fahrerstatus Gold-Gold-Silber aufweist.

Dagegen musste das WWR-Juniorteam mit David Schumacher (21, Salzburg), Marius Zug (20, München) und Miklas Born (21, Basel/CH) das Schwesterauto mit der Nummer 157 nach starker Anfangsphase gegen Rennhalbzeit mit einem technischen Problem abstellen.

Bereits das von den Spa-typischen Wetter-Kapriolen geprägte viergeteilte Qualifikationstraining, bei dem jeder Fahrer eines Rennwagens ein Segment bestreiten muss, hatte es in sich. War der erste Teil (Q1) noch auf trockener Piste über die Bühne gegangen, öffnete der Himmel ab Q2 seine Schleusen. Pech für jene Teams, welche die 24 Stunden mit nur drei Fahrern in Angriff nahmen, denn am Q1 dürfen Reglement-bedingt nur Viererteams teilnehmen. Diese hatten somit im für die Startaufstellung maßgeblichen Durchschnitt der Rundenzeiten aller ihrer Fahrer einen enormen Vorteil gegenüber den Fahrzeugen, welche ihre drei Segmente (Q2 bis Q4) komplett im Nassen absolvieren mussten. So etwa die WWR-Boliden, die sich im imposanten Teilnehmerfeld von 70 GT3-Supersportwagen auf den Startpositionen 43 (#157) und 52 (#57) wiederfanden.

Unverdrossen machten sich die Altendiezer Trios nach der Freigabe des 24-h-Spektakels am Samstag um 16.30 Uhr auf den Vormarsch. Insbesondere Junior Zug brannte in seinem ersten Doppelstint ein wahres Feuerwerk ab und übergab die #157 nach etwas mehr als zwei Rennstunden als Gold-Cup-Führender auf Gesamtrang 15 (!) an Kollege Schumacher. Zu diesem Zeitpunkt hatten ihre Kollegen soeben einen Nackenschlag hinnehmen müssen: Ein Dreher von Dontje im Streckenabschnitt Pouhon kostete den Wagen mit der 57 zwei Runden.

Die Junioren sollte freilich noch größeres Unheil erwarten: Nachdem sich Zug/Schumacher/Born stetig im Bereich der Top 20 aufgehalten hatten, löste sich in der Nacht gleich zweimal der Frontsplitter ihres 550 PS starken Rennwagens. Als derselbe Defekt kurz vor Rennhalbzeit ein drittes Mal auftrat und darüber hinaus auch die Frontsplitter-Aufnahmen nicht mehr im besten Zustand waren, entschloss sich die WWR-Teamleitung schweren Herzens, das zuvor so aussichtsreich platzierte Fahrzeug aus dem Rennen zu nehmen.

So blieb es den Routiniers auf der #57 vorbehalten, ihre Aufholjagd nach dem frühen Missgeschick von Platz 66 aus fortzusetzen. Was Dontje, Ellis und Ward mit Bravour taten. Der 38. Gesamtrang war angesichts der Umstände ein gutes Schlussresultat, der erhoffte Sprung aufs Siegertreppchen im Gold Cup wurde aber verfehlt.

„Wir sind natürlich enttäuscht, weil wir ein besseres Ergebnis verdient gehabt hätten“, kommentierte Teamchef Christian Hohenadel. „Nach dem Pech im Qualifying haben uns vor allem unsere Junioren viel Freude bereitet. Die Jungs haben bis zum Ausfall richtig angegast. Unsere Routiniers haben nach dem frühen Zeitverlust nicht den Kopf in den Sand gesteckt, sondern ebenso weiter alles gegeben wie die Boxenmannschaft. Allen gebührt dafür Lob und Anerkennung! Das sind eben die knallharten Gesetze der Langstrecke. Und die nächsten großen Herausforderungen warten schon auf uns.“

Der vierte und vorletzte Lauf zum Fanatec GT World Challenge Europe Endurance Cup powered by AWS" findet am 29./30. Juli auf dem Nürburgring statt. Zunächst aber steht für die vielbeschäftigte WWR-Truppe am kommenden Wochenende das DTM-Saisonhighlight auf dem Norisring auf dem Programm. Auf dem spektakulären, 2,1 Kilometer kurzen Stadtkurs am Ufer des Nürnberger Dutzendteichs möchte das Mercedes-AMG Team WINWARD mit Vizemeister Lucas Auer und David Schumacher die ersten Podestplätze der DTM-Saison 2023 anpeilen.