WINWARD Racing
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WINWARD hat die Hand am Meisterpokal

Mit P3 im kuriosen Samstagsrennen in Barcelona übernahmen Lucas Auer und Maro Engel die Spitze im "GT World Challenge Europe Sprint Cup".

Das WINWARD Racing Team MANN-FILTER hat sich eine exzellente Ausgangslage für den Showdown im Kampf um den Titel im „Fanatec GT World Challenge Europe powered by AWS Sprint Cup“ verschafft. Mit einem dritten Rang im von Wetterkapriolen geprägten Samstagsrennen des letzten Rennwochenendes in Barcelona übernahmen Maro Engel (39, Monaco) und Lucas Auer (30, Kufstein) im Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 48 die Führung in der Gesamtwertung. Vor dem letzten Sprint-Cup-Lauf am morgigen Sonntag liegt das WINWARD-Duo nun 6,5 Punkte vor ihren Titelkontrahenten aus dem BMW Team WRT. Insgesamt sind noch 17,5 Punkte zu vergeben.

Viel Pech hatten Reece Barr und Gilles Badstader im für den Silver Cup gemeldeten Schwesterauto. Bereit wenige Meter nach dem Start geriet Barr auf noch feuchter Bahn mit einem Konkurrenten aneinander und beschädigte beim Kontakt den Mercedes-AMG GT3 mit der 57 so stark, dass er das Rennen an Ort und Stelle beenden musste.

Es sollte der Auftakt zu einem höchst kuriosen Autorennen sein. Um die beiden kaputten Rennwagen und jede Menge Trümmer zu beseitigen, schickte die Rennleitung das Safety Car auf die Bahn. Und weil gleichzeitig erneut Regen einsetzte, entwickelte sich das Rennen zur echten Wetterlotterie. Auch der mit Slickreifen vom dritten Platz gestartete Lucas Auer, der nach vorsichtigem Beginn gegen einige Regen-bereifte Konkurrenten bis auf Platz 9 zurückgefallen war, sowie der zu diesem Zeitpunkt sieben Plätze hinter ihm liegende Titelkontrahent Dries Vanthoor im BMW mit der #32 kamen am Ende der 5. Runde an ihre unmittelbar nebeneinanderliegenden Boxen, um sich profilierte Pneus abzuholen.

Dass sich das ebenfalls hereingekommene WRT-Schwesterauto mit der #30 so schräg vor Auer stellte, dass die WINWARD-Mannschaft die „MANN-FILTER Mamba“ nach dem Reifenwechsel erst zurückschieben musste, führte dazu, dass der 32er-BMW vor dem Mercedes-AMG GT3 aus der Boxengasse fuhr und sich die Sportkommissare nach dem Rennen mit der Aktion befassten.

Beim Pflichtstopp, bei dem zwischen der 25. und 35. Rennminute alle Räder sowie der Fahrer gewechselt werden müssen, rückte die WWR-Crew mit einem Superstopp die Verhältnisse wieder gerade. Maro Engel lag nun auf Rang 6, zwei Positionen vor Titelrivale Charles Weerts. Noch immer fuhr das ganze Feld bei mittlerweile starkem Regen und angesichts von mehreren am Streckenrand gestrandeten GT3-Fahrzeugen hinter dem Safety Car. Dies sollte sich auch bis 5:20 Minuten vor Rennende nicht ändern.

Doch die dann noch folgenden drei einzigen (!) Runden unter Grün hatten es in sich. Binnen eines Umlaufs bis auf den dritten Rang nach vorne getobt, kostete Engel ein kleiner Ausritt durchs Kiesbett die soeben gewonnenen drei Positionen. In den verbleibenden eineinhalb Runden machte der Routinier den verlorenen Boden wieder wett und brachte die „Mamba“ am Ende als Dritter ins Ziel. Und weil die Titelrivalen gleichzeitig noch einen Rang einbüßten und nur Neunte wurden, machten die WINWARD-Piloten insgesamt 8,5 Punkte gut und haben den Titelgewinn nun im morgigen Abschlussrennen in den eigenen Händen. In der Teamwertung geht das WINWARD Racing Team MANN-FILTER mit drei Zählern Vorsprung auf WRT ins Finale.

„Ein total verrücktes Rennen“, kommentierte Engel. „Es war absolut richtig, das Safety Car so lange draußen zu lassen. Das Aquaplaning war zu stark und die Sicht zu schlecht. Als dann drei Runden vor Schluss Grün gegeben wurde, war mir klar, dass ich voll attackieren und Plätze gutmachen muss. Ich konnte auch direkt drei Gegner überholen, war dann aber beim Versuch, den Zweitplatzierten zu schnappen, ein bisschen zu optimistisch auf der Bremse. Aber wer nichts wagt, der gewinnt eben auch nichts. Schön, dass wir trotzdem noch Dritte wurden und die Tabellenspitze erobern konnten. Jetzt müssen wir morgen einen sauberen Tag hinlegen, dann ist alles möglich.“

„Nach dem soliden Qualifying war der erste Stint völlig verrückt“, schilderte Auer. „Die ersten paar Kurven auf den Slicks waren heikel, und es fuhren auch einige Autos mit Regenreifen vorbei. Als wir dann wegen des immer stärker werdenden Regens auch wechseln mussten, hat uns WRT in der Box eingeparkt und wir mussten das Auto zurückschieben. Aber am Ende sind wir dann doch gut aus den ganzen Situationen herausgekommen und freuen uns jetzt auf morgen.“

„So ein Rennen habe ich selten erlebt, selbst auf der Nordschleife nicht“, schmunzelte der WWR-Teamchef und Ex-Rennfahrer Christian Hohenadel. „Obwohl wir zu mehr als 90 Prozent hinter dem Safety Car gefahren sind, war das Rennen ein echtes Wechselbad der Gefühle. Kompliment an das gesamte Team, das uns trotz aller Widrigkeiten für morgen solch eine exzellente Ausgangslage verschafft hat. Nun wollen wir alles daransetzen, um beide Titel nach Altendiez zu holen.“

Der letzte Lauf zum “Fanatec GT World Challenge Europe powered by AWS Sprint Cup” wird morgen erneut um 14.00 Uhr gestartet. Motorsport-Fans können das Herzschlagfinale auf dem 4,6 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs vor den Toren der spanischen Metropole Barcelona live auf Sky-F1 oder im Livestream auf www.gt-world-challenge-europe.com beziehungsweise YouTube verfolgen.