Pech für WWR im Nürnberger Stadtverkehr
Maro Engel fährt in seinem Mercedes-AMG GT3 im Samstagsrennen auf dem Norisring in die Punkte. Teamkollege Lucas Auer scheidet hingegen vorzeitig aus.

Mit einem achten Rang für Maro Engel ist das Mercedes-AMG Team WINWARD im Samstagsrennen des vierten DTM-Rennwochenendes 2024 auf dem Nürnberger Norisring schlecht belohnt worden. Der 38-jährige Wahl-Monegasse hatte in seinem in den Farben von „130 Jahre Mercedes-Benz Motorsport“ und RAVENOL designten Mercedes-AMG GT3 einen Podestplatz im Visier, als er von mehrfachem Rennpech eingebremst wurde. Noch ärger traf es seinen Teamkollegen Lucas Auer (29, Kufstein), der das unter der Bewerbung des Mercedes-AMG Team MANN-FILTER laufende Schwesterauto in Folge einer Berührung kurz nach dem Start am Ende der siebten Runde abstellen musste.
Das angesichts der nur 2,16 Kilometer kurzen Strecke zweigeteilte Qualifying war einmal mehr Beleg für die enorme Leistungsdichte im Feld. Nicht weniger als 18 GT3-Rennfahrzeuge rangierten in gut drei Zehntelsekunden. Die beiden WINWARD-Boliden hatten sich mit den Startpositionen 6 (Engel) und 9 (Auer) eine durchaus vielversprechende Ausgangslage verschafft.
Doch bereits nach wenigen hundert Metern war das Rennen für Auer auch schon wieder vorbei. „Bei einer der Norisring-typischen Berührungen in der ersten Kurve ist der rechte Hinterreifen kaputtgegangen. Nach dem fälligen Boxenstopp haben wir zunächst versucht, weiterzufahren, aber da ist wohl mehr kaputtgegangen, also mussten wir aufhören“, klagte der Tiroler.
Stallgefährte Engel hatte sich nach einem sehr guten Start zwischenzeitlich auf dem vierten Rang etabliert und machte Druck auf seinen Vordermann, als er nach einem zunächst sehr schnellen Pflichtreifenwechsel erst mit Verzögerung wieder in Fahrt kam. Engel: „Bis zum Stopp lief es sehr gut, die Pace war prima. Bei der Anfahrt nach dem guten Reifenwechsel ist leider gleich zweimal der Motor abgestorben. Das müssen wir analysieren.“
Auf Rang 9 zurückgefallen, reagierten der Routinier und sein Fahrzeugingenieur Mauricio Moreira am Ende der 51. Runde als erstes Top-10-Fahrzeug auf den einsetzenden Regen und ließen am Boliden mit der Startnummer 130 profilierte Pneus aufziehen. Was ihnen in den nächsten beiden Umläufen alle bis auf drei Konkurrenten nachmachten. „Wäre der Regen wie vorhergesagt stärker geworden, hätten wir einen Volltreffer gelandet. Stattdessen wurde er zwischenzeitlich wieder schwächer. Die Reifendrücke gingen durch die Decke, und es ging nur noch darum, irgendwie ins Ziel zu kommen“, schilderte der gebürtige Münchner.
Was auch auf Platz 8 gelang. Dennoch war Engel, der am morgigen Sonntag sein 100. DTM-Rennen fahren wird, enttäuscht: „Wir nehmen die guten Punkte natürlich gerne mit, aber es wäre viel mehr drin gelegen. Bei so einer Wetterlotterie gehört eben auch etwas Glück dazu.“
WWR-Teamchef Christian Hohenadel blies ins selbe Horn: „Unser Reifenpoker hätte genauso gut aufgehen können, und dann wären wir vielleicht am Ende die Glücklichen gewesen. Aber wir wollen uns nicht im Konjunktiv bewegen. Wir waren schnell unterwegs, hatten aber wenig Rennglück. Die Performance mit beiden Autos stimmt, beide Reifenwechsel waren wieder sehr schnell, also bin ich zuversichtlich, dass wir morgen wieder eine gute Rolle spielen können.“
Das Sonntagsrennen auf dem Stadtkurs am Ufer des Dutzendteichs wird zur gewohnten Zeit um 13.30 Uhr gestartet. ProSieben und ran.de übertragen wie immer live.
