Enttäuschender Renntag an der Nordsee
Pech für WINWARD Racing in Lauf 2 des DTM-Wochenendes in Zandvoort/NL: Auer scheidet früh aus, Engel landet nach mehreren Kontakten auf Platz 13.

Das Mercedes-AMG Team WINWARD hat beim dritten Rennwochenende der Saison im niederländischen Zandvoort einen enttäuschenden Rennsonntag erlebt. Lucas Auer (29, Kufstein) schied im unter der Bewerbung des Mercedes-AMG Team MANN-FILTER laufenden Mercedes-AMG GT3 bereits in der Startrunde nach einer unverschuldeten Kollision aus. Teamkollege Maro Engel (38, Monaco) steuerte das im Design von „130 Jahre Mercedes-Benz Motorsport“ und RAVENOL rennende Schwesterauto lange Zeit in den Top-10, bevor er fünf Kilometer vor dem Ziel nach mehreren Kontakten noch vier Positionen einbüßte.
Generell schien die Ausgangslage vor dem zweiten Durchgang auf dem 4,3 Kilometer langen Dünenkurs vor den Toren Amsterdams durchaus vielversprechend zu sein. Insbesondere Auer rechnete sich von Startposition 7 erneut ein gutes Ergebnis aus. Doch die hohen Erwartungen erfuhren schon nach wenigen hundert Metern einen herben Dämpfer. „Ein Konkurrent, ich vermute, es war der spätere Sieger, ist mir so stark ins Heck gefahren, dass die Radaufhängung kaputt ging. Und das war’s dann auch schon“, seufzte der Tiroler.
Auch der von Startplatz 12 aus losgefahrene Teamkollege Engel wurde in den Zwischenfall verwickelt. Doch weil das Rennen wegen ausgelaufener Flüssigkeit unterbrochen werden musste, konnten die WWR-Mechaniker die Beschädigungen am Boliden mit der Nummer 130 notdürftig reparieren. In der Folge hielt der Wahl-Monegasse gut im Pulk mit und kam nach einem Blitzstopp seiner Crew, der einmal mehr der schnellste des gesamten Feldes war, bis auf Rang 9 nach vorne.
Bis kurz vor Ende der vorletzten Runde schien die Top-10-Position sicher, doch dann ging einiges schief: „Als ich mich neben den vor mir fahrenden Lamborghini setzte, drückte mich der außen neben die Strecke. Und dann haben mich zwei weitere Konkurrenten angerempelt, sodass ich vier Positionen verloren habe“, ärgerte sich Engel. „Generell war es ein schwieriges Wochenende für uns, die Pace war an allen Tagen nicht gut. Das gilt es sorgfältig aufzuarbeiten und stärker zurückzukommen.“
Auch WINWARD Racing Teamchef Christian Hohenadel zog ein ernüchtertes Fazit aus dem Rennwochenende im niederländischen Nordseebad: „Zunächst einmal muss ich meiner Mannschaft wieder ein großes Lob aussprechen. Jeder im Team gibt sein Äußerstes, die Jungs liegen nicht umsonst in der DTM-Boxenstopp-Challenge in Führung. Dennoch muss man klar sagen, dass wir, wie auch unsere Markenkollegen, derzeit nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft ein Rennen zu gewinnen. Das ist bereits seit einigen Rennen so und sehr frustrierend.“
Zum vierten Rennwochenende der Saison trifft sich der DTM-Tross am ersten Juli-Wochenende auf dem Nürnberger Norisring. Der 2,3 Kilometer kurze Stadtkurs im „fränkischen Monaco“ verspricht alljährlich besonders viel Spektakel. Bereits eine Woche zuvor steht für die WWR-Mannschaft ein ganz besonderes Highlight an: Die 24 Stunden von Spa-Francorchamps gelten als größtes und bestbesetztes GT3-Rennen der Welt. Insgesamt 67 Boliden messen sich beim Ardennen-Marathon, der sowohl zur „Fanatec GT World Challenge powered by AWS“ als auch zur Intercontinental GT Challenge zählt. WINWARD Racing bringt auf dem 7,004 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs zwei Mercedes-AMG GT3 an den Start.
Das in der Pro-Wertung unter der Bewerbung des Mercedes-AMG Team MANN-FILTER genannte Fahrzeug teilen sich die DTM-Teamkollegen Maro Engel und Lucas Auer mit dem Kanadier Daniel Morad. Im Schwesterauto, das für den Silver Cup nominiert ist, sitzen die Niederländer Daan Arrow und Colin Caresani sowie der Thailänder Tanart Sathienthirakul. Ihre Verstärkung für die 24 Stunden von Spa ist der junge Franzose Esteban Masson.
