Podestplatz zum DTM-Jubiläum von WWR
Maro Engel wird im Sonntagsrennen des DTM-Auftaktwochenendes 2024 in Oschersleben großartiger Zweiter. Pech für Teamkollege Lucas Auer.

Gelungenes Jubiläum für das Mercedes-AMG Team WINWARD in der Motorsport Arena Oschersleben. Im 50. DTM-Rennen der deutsch-texanischen Mannschaft steuerte Maro Engel (38, Monaco) seinen Mercedes-AMG GT3 nach einer großartigen Aufholjagd auf den zweiten Rang. Sein Teamkollege Lucas Auer (29, Kufstein) wurde derweil schon in der Startrunde unverschuldet in eine Kollision verwickelt, brachte seinen unter der Bewerbung des Mercedes-AMG Team MANN-FILTER laufenden Boliden mit einer kämpferischen Meisterleistung aber noch auf Position 11 ins Ziel.
Nach dem Qualifikationstraining war klar, dass den beiden WWR-Piloten ein hartes Stückchen Arbeit bevorstehen würde. In einem Klassement, in dem sich die besten 19 Fahrzeuge innerhalb von nur gut acht Zehntelsekunden ballten, rangierten die beiden Renner aus Altendiez nur auf den Startpositionen 10 (Engel, 0,466 sec zurück) und 13 (Auer, 0,555 sec zurück).
Das Rennen jedoch lief zumindest für Engel nahezu perfekt. Bereits nach der ersten Runde kam der im Design von „130 Jahre Mercedes-Benz Motorsport / RAVENOL“ laufende Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 130 als Siebtplatzierter bei Start und Ziel vorbei und fand sich in der Folge in einem aus sieben Rennwagen bestehenden D-Zug wieder. Der positive Wendepunkt des Rennens kam in Runde 18, als der gebürtige Münchner just in dem Moment zum vorgeschriebenen Pflichtreifenwechsel an die Box fuhr, als das Rennen wegen eines Zwischenfalls auf der Strecke durch eine „Full Course Yellow“ neutralisiert wurde.
Weil die Rennwagen in dieser Phase nur im Boxengassen-Tempo unterwegs sein dürfen und die WWR-Boxencrew gleichzeitig einen Blitzstopp hinlegte, fand sich Engel beim Schließen des Boxenstoppfensters auf dem zweiten Rang wieder. Binnen weniger Runden hatte der Routinier zum führenden Lamborghini aufgeschlossen, drehte in 1:23,245 die schnellste Runde des gesamten Rennens, fand auf der kurvenreichen Piste in der Magdeburger Börde aber keinen Weg vorbei und fuhr letztlich mit kontrolliertem Risiko als Zweiter ins Ziel.
„Ich freue mich riesig über den Podestplatz nach einem schwierigen Qualifying“, strahlte Engel. „Nach dem starken Trainings-Freitag ist es uns zunächst nicht gelungen, uns auf die stetig steigenden Temperaturen einzustellen. Das Ergebnis waren zwei vergleichsweise mäßige Qualifyings. Im Rennen heute haben mir meine Jungs aber ein tolles Auto hingestellt, wir sind vom Setup wieder da, wo wir sein wollen. Strategie und Boxenstopp waren ebenfalls top, und natürlich hat uns die Full Course Yellow im richtigen Moment in die Karten gespielt. Aber auch so hätte uns die gute Strategie sicher noch einige Plätze nach vorne gebracht. Insofern war es ein großartiges Rennen, das für die anstehenden Veranstaltungen Mut macht.“
Großes Pech hatte hingegen Teamkollege Lucas Auer, der im Getümmel der Startrunde einen Kontakt mit einem sich unmittelbar vor ihm drehenden Ferrari nicht vermeiden konnte. Trotz gravierender Beschädigungen an der MANN-FILTER Mamba gab der Tiroler nicht auf und kreuzte die Ziellinie nach einer überragenden kämpferischen Leistung auf dem elften Schlussrang. „Wir haben uns das ganze Wochenende schwergetan“, gestand Auer. „Heute Morgen im Qualifying waren wir einfach nicht schnell genug. Und nach der Kollision in Kurve 3 ging es nur noch darum, das kaputte Auto irgendwie ins Ziel zu bringen. Aber immerhin gab’s wieder wichtige Punkte. Wer weiß, wofür die noch gut sein werden …“
WWR-Teamchef Christian Hohenadel freute sich vor allem für seine Mannschaft: „Die Jungs haben einmal mehr bewiesen, dass das Wort Aufgeben in ihrem Wortschatz fehlt. Und heute sind sie für ihren unermüdlichen Einsatz und ihren Kampfgeist belohnt worden. Natürlich war ein bisschen Glück im Spiel, aber das hat ja bekanntlich nur der Tüchtige. Für Luggi tut es mir natürlich leid, aber so etwas kann im Racing eben vorkommen. Dass er das ramponierte Auto dann noch in die Punkte gebracht hat, ringt mir größten Respekt ab. Das Wichtigste war, dass wir heute wieder absolut auf Pace waren und wieder zwei Superstopps hingelegt haben. Darauf lässt sich aufbauen, und das lässt mich den nächsten Rennen optimistisch entgegenblicken.“
Das zweite Kräftemessen der DTM-Saison 2024 steigt am 25./26. Mai auf dem Lausitzring. Zuvor jedoch stehen für die Altendiezer die ersten beiden Veranstaltungen des „Fanatec GT World Challenge Europe powered by AWS Sprint Cup“ in Brands Hatch/England (4./5. Mai) und Misano/Italien (17./18. Mai) an. Unter der Bewerbung des MANN-FILTER Team WINWARD teilen sich die DTM-Teamkollegen Lucas Auer und Maro Engel einen Mercedes-AMG GT3 im Pro Cup. Das Schwesterauto mit Reece Barr (24, Irland) und Magnus Gustavsen (23, Norwegen) startet im Silver Cup, der Rennfahrern mit dem FIA-Fahrerstatus Silber vorbehalten ist.
