Auer fährt für WINWARD aufs Treppchen
Großartiger zweiter Rang für Lucas Auer im Samstagsrennen der DTM auf dem Nürburgring. Teamkollege David Schumacher scheidet nach Kollision aus.

Mit einer überragenden Leistung im Rennen hat Lucas Auer sich und dem Mercedes-AMG Team WINWARD im Samstagsrennen auf dem 3,6 Kilometer langen Sprintkurs des Nürburgrings den ersten Podestplatz der DTM-Saison 2023 beschert. Vom achten Startplatz aus kämpfte sich der 28-jährige Österreicher im Knaus Mercedes-AMG GT3 im Verlauf des einstündigen Rennens bis auf den zweiten Schlussrang nach vorne. Dagegen musste Teamkollege David Schumacher seinen Ravenol-Boliden kurz nach Rennhalbzeit nach einer Kollision abstellen.
Im morgendlichen Qualifikationstraining hatten die beiden WINWARD-Boliden mit den Positionen 8 und 13 die schnellsten Zeiten unter den Mercedes-AMG Teams erzielt. Wobei eine Startplatz-Strafe vom letzten Event auf dem Norisring Schumacher noch um fünf Positionen nach hinten warf.
Am Start fand insbesondere Auer die perfekte Lücke und mogelte sich in der engen ersten Rechtskurve bis auf den vierten Rang nach vorne. Auch Schumacher machte im Getümmel der ersten Runden vier Positionen gut. Eine Berührung mit einem Konkurrenten in Runde 5 bedeutete für den Sohn des sechsmaligen Grand-Prix-Siegers Ralf Schumacher dann allerdings das frühe Ende aller Top-10-Ambitionen. Von der Rennleitung zum Alleinschuldigen erklärt, musste Schumacher gleich drei sogenannte „Penalty Laps“ absolvieren, bei der ein Rennfahrzeug mit Boxengassen-Geschwindigkeit (60 km/h) durch eine 50 Meter lange Zone gesteuert werden muss. Auf den 27. Platz zurückgefallen, stellte Schumacher seinen beschädigten Renner in der 20. Runde an der Box ab.
Derweil hatte sich Stallgefährte Auer auf dem vierten Platz festgesetzt, hielt engen Kontakt zu seinen Vorderleuten und nutzte seine Chance in Runde 29 beim Restart nach einer Safety-Car-Phase. Mit einem sensationellen Manöver schob sich der Tiroler auf der Außenbahn gleich an zwei Kontrahenten vorbei, drehte in der Folge die schnellste Rennrunde und schloss sogar die Lücke zum Führenden. Zu einem Angriff reichte es allerdings nicht mehr, was der Freude über die starke Vorstellung aber keinen Abbruch tat.
„Nach dem nicht optimalen Qualifying fühlt sich dieser zweite Platz wie ein Sieg an“, jubelte Lucas Auer. „Das Rennen hätte kaum besser laufen können. Der Start war super, ebenso die Strategie und der Boxenstopp. Und beim Restart habe ich ein perfektes Timing hinbekommen. Am Ende kam ich Bortolotti näher, aber eben nicht mehr nahe genug. Ich bin wirklich happy und freue mich auf das Sonntagsrennen. Dort werden wir versuchen, ein bisschen weiter vorne zu starten, und dann schauen wir mal, was im Rennen trotz Zusatzgewicht möglich ist.“
Derweil war David Schumacher sichtbar frustriert: „Der Start und die ersten Runden liefen sehr gut, ich kam einige Positionen nach vorne. Leider kam es dann zu dieser Berührung. Wir hatten vorher intern besprochen, dass Platz gelassen wird, wenn ein Markenkollege die Nase neben dem eigenen Auto hat. Deswegen habe ich sie auch dort gelassen. Leider hat er mir überhaupt keinen Platz gelassen, sondern einfach reingezogen. Ich ärgere mich sehr über die Strafe, die aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt ist.“
Trost erhielt der 21-jährige Wahl-Salzburger von WWR-Teamchef Christian Hohenadel: „Schade für David, er ist ein gutes Qualifying gefahren. Auch seine Rennpace war gut, ein Top-10-Platz sicher möglich. Für Lucas und die ganze Mannschaft freue ich mich riesig. Diesen Podestplatz haben sie sich durch die harte Arbeit der letzten Wochen und Monate absolut verdient. Der Boxenstopp war einmal mehr erstklassig, und Luggi hat auf der Rennstrecke einen perfekten Job gemacht. Der Restart war wirklich zum Einrahmen!“
Reglementbedingt muss Auers Rennwagen im Sonntagsrennen (freilich nur im Rennen, nicht schon im Qualifying) 10 Kilogramm Erfolgsballast zuladen, was die Aufgabe für den Kufsteiner nicht leichter machen wird. Der Start zum zweiten Lauf dem Nürburgring erfolgt wiederum um 13.30 Uhr. ProSieben ist ab 12.55 Uhr live auf Sendung.
