Hartes Pflaster für WINWARD Racing
Lucas Auer sammelt auch im Sonntagsrennen des DTM-Wochenendes auf dem Norisring Punkte. David Schumacher scheidet erneut vorzeitig aus.

Der Norisring hat seinem Ruf als „fränkisches Monaco“ einmal mehr alle Ehre gemacht. Übers Wochenende 102.000 Zuschauer sahen zwei spannende Rennen auf dem gemäß neuer Messung exakt 2,16 Kilometer kurzen Stadtkurs am Ufer des Nürnberger Dutzendteichs. Für das Mercedes-AMG Team WINWARD allerdings verlief der zweite Renntag weniger erfolgreich als erhofft. Nach Platz 4 am Samstag musste sich Lucas Auer (28, Kufstein) im Knaus Mercedes-AMG GT3 tags darauf mit dem elften Schlussrang begnügen. Teamkollege David Schumacher (21, Salzburg) musste das Ravenol-Schwesterauto nach einer Kollision noch vor Rennhalbzeit an der Box abstellen.
Dass der Rennsonntag in der Franken-Metropole schwierig zu werden drohte, lag nicht nur an der mörderischen Hitze außerhalb und innerhalb der Rennwagen. Vielmehr war es einmal mehr das Qualifikationstraining, das sich für die deutsch-texanische Mannschaft kompliziert gestaltete. Die Startpositionen 16 (Auer) und 21 (Schumacher) waren im extrem ausgeglichenen Teilnehmerfeld der DTM 2023 alles andere als eine erfolgversprechende Ausgangslage.
Doch einmal mehr steckten die WINWARD-Mannen nicht den Kopf in den Sand – im Gegenteil. Nach einem Superstart kam Luggi Auer als Zehntplatzierter aus der turbulenten ersten Runde zurück und mischte mit starker Rennpace auch in der Folge im Kampf um die Top 10 mit. Leider büßte der Österreicher trotz des erneut schnellsten Pflichtboxenstopps im Feld (6,0 Sekunden) noch eine Position ein und beendete das Ein-Stunden-Rennen letztlich als Elfter.
„Das Rennen war an sich sehr gut“, resümierte Auer. „Der Start hat super geklappt, der Stopp war einmal mehr perfekt, und auch die Rennpace war in Ordnung. Unser Problem ist es nach wie vor das Qualifying. Denn die beste Rennpace nützt dir eben nichts, wenn du von da hinten losfährst. Starten wir weiter vorne, fahren wir auch weiter vorne durchs Ziel – so einfach ist das.“
Teamkollege David Schumacher war nach seinem verkürzten Auftritt restlos bedient: „Nach dem Start habe ich im Getümmel wie gestern einige Plätze verloren und tat mich schwer, einen vernünftigen Rhythmus zu finden. Wir hatten die Fahrzeugabstimmung nach dem verkorksten Qualifying deutlich geändert und im Rennen auch einen Fortschritt gemacht. Leider kam es dann zu der Kollision, die ich auf meine Kappe nehmen muss. Ich habe gebremst wie immer, kam aber extrem in den Regelbereich des ABS, sodass das Auto etwas ins Schwimmen geraten ist. Ich habe noch versucht, dem Audi auszuweichen, aber leider vergeblich.“
Teamchef Christian Hohenadel lobte einerseits seine Mannschaft, nahm sie aber auch in die Pflicht: „Die Jungs haben in den letzten Wochen und Monaten Großartiges geleistet. Und auch heute waren sie bei Luggis Stopp wieder die Schnellsten. Davor ziehe ich meinen Hut. Andererseits müssen wir jetzt alle daran arbeiten, unsere Qualifying Performance in den Griff zu bekommen. Wir wissen mittlerweile, wie knifflig es ist, den sensiblen Pirelli-Reifen, der in der DTM ja nicht vorgeheizt werden darf, ins optimale Arbeitsfenster zu bringen. Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg, und hier müssen und werden wir ansetzen.“
Das vierte Rennwochenende der DTM-Saison 2023 geht vom 4. bis 6. August auf dem Nürburgring über die Bühne – ein echtes Heimspiel für die nur rund 100 Kilometer entfernt in Altendiez beheimatete WINWARD-Truppe. An selber Stelle findet eine Woche zuvor der vierte Lauf zum „Fanatec GT World Challenge Europe Endurance Cup powered by AWS“ statt. WWR setzt beim 3-Stunden-Rennen in der Eifel einmal mehr zwei Mercedes-AMG GT3 für die Fahrertrios Marius Zug/Miklas Born/David Schumacher sowie Philip Ellis/Indy Dontje/Russell Ward ein.
