WWR-Pilot Auer kämpft um den DTM-Titel!
Sieg für Lucas Auer und das Mercedes-AMG Team WINWARD Racing im Samstagsrennen von Hockenheim. Schwerer Unfall von David Schumacher.

Die DTM-Saison 2022 wird in einem echten Herzschlagfinale entschieden. Nach seinem Triumph im Samstagsrennen auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg hat Lucas Auer (28, Kufstein) aus dem Mercedes-AMG Team WINWARD Racing nur noch zwei Punkte Rückstand auf Tabellenführer Sheldon van der Linde (BMW) und kann sich damit im abschließenden Rennen am Sonntag aus eigener Kraft zum DTM-Champion 2022 küren. Noch vier Fahrer haben im finalen Kräftemessen Chancen auf den Titrelgewinn.
Dagegen hatten Auers Teamkollegen Pech. Der letztjährige Champion Maximilian Götz (34, Uffenheim) beklagte eine schlechte Balance und musste sich mit dem 15. Schlussrang begnügen. Team-Rookie David Schumacher (20, Salzburg) schied nach einem Unfall aus, blieb dabei zwar unverletzt, wird aber angesichts der schweren Beschädigungen an seinem Mercedes-AMG GT3 am morgigen Rennen nicht teilnehmen können.
Mit einem Rückstand von elf Punkten auf die Tabellenführung ins letzte Rennwochenende gegangen, stellte Lucas Auer schon im morgendlichen Qualifying seine Titelambitionen eindeutig unter Beweis und stellte den KNAUS-Boliden mit der Startnummer 22 auf die Pole-Position, die ihm zusätzliche drei Punkte für die Meisterschaft eintrug.
Der Start zum Rennen verlief turbulent. Einem ersten Zwischenfall in der Startrunde, der eine Safety-Car-Phase auslöste, folgte in Runde 7 ein schwerer Unfall, in den auch der von Position 14 aus gestartete David Schumacher verwickelt war und der einen Rennabbruch zur Folge hatte. Wie fünf seiner Fahrerkollegen wurde der Sohn des sechsmaligen Formel-1-GP-Siegers Ralf zur Kontrolle ins Ludwigshafener Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte aber bald Entwarnung geben konnten. „Ich fuhr links neben Preining durch die schnelle Rechts vor der Osttribüne, als er nach außen zog. Wir berührten uns, bogen beide nach rechts ab, und ab da war ich nur noch Passagier. Der Einschlag war wirklich heftig“, schilderte Schumacher, der zum Zeitpunkt des Crashs schon auf dem neunten Rang gelegen war.
An der Spitze sah sich Auer nach dem Neustart härtesten Attacken der Konkurrenz ausgesetzt, ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und feierte nach 30 Runden seinen zweiten Saisonsieg, mit dem er sich für den Finaltag in eine glänzende Position brachte: „Es war ein unglaublich hartes Rennen. Ich hatte tolle Kämpfe mit den BMW und bin mega-happy, dass wir den Sieg nach Hause gebracht haben, wozu auch der perfekte Boxenstopp meiner Jungs beigetragen hat. Ich bin einfach stolz, dass wir morgen Teil eines echten Showdowns sein können.“
Dagegen war Maximilian Götz nach dem Rennen sehr frustriert. Schon im Qualifying hatte der entthronte Titelverteidiger über Balanceprobleme am BWT-Renner geklagt. Zwar fehlten am Ende „nur“ acht Zehntelsekunden auf Polesitter Auer, doch angesichts der unglaublichen Leistungsdichte in der DTM bedeutete dies den 24. Startplatz. Im Rennen kam der Franke zwar heil durch die diversen Zwischenfälle, vermochte sich aber nicht entscheidend nach vorne zu arbeiten. „Das Auto war völlig aus der Balance“, klagte Götz. „Untersteuern wechselte sich mit Übersteuern ab, die Traktion war schlecht – wir müssen sorgfältig analysieren, was das los war.“
WWR-Teamchef Christian Hohenadel kommentierte den Auftritt seiner Mannschaft einmal mehr mit gemischten Gefühlen: „Natürlich freuen wir uns alle riesig über Luggis starkes Rennen, mit dem er sich für den Showdown morgen eine glänzende Ausgangslage verschafft hat. Ein ganz dickes Lob geht auch an die Boxencrew, die zwei erstklassige Pflichtreifenwechsel hingelegt hat. Max war weit weg von seiner normalen Pace, was wir genau analysieren müssen. Und wir alle sind froh und erleichtert, dass David diesen harten Einschlag ohne nennenswerte Blessuren überstanden hat. Morgen erwartet uns ein echter Motorsport-Thriller, den sich die Fans nicht entgehen lassen sollten.“
Das letzte Saisonrennen der DTM 2022 geht am Sonntag ebenfalls ab 13.30 Uhr über die Bühne. ProSieben überträgt ab 13 Uhr live, auf tv.dtm.com finden Rennfans alle Informationen rund um Boliden und Piloten.
