WINWARD Racing
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Achterbahnfahrt für WINWARD Racing

Lucas Auer macht mit Platz 4 im Sonntagsrennen der DTM 2022 in Spa einen großen Sprung in der Tabelle. Keine Punkte für Götz und Schumacher.

Auch im zweiten Durchgang des sechsten DTM-Rennwochenendes auf der legendären „Ardennen-Achterbahn“ in Spa-Francorchamps erlebte das Mercedes-AMG Team WINWARD Racing ein echtes Auf und Ab. An seinem 28. Geburtstag beschenkte sich der Österreicher Lucas Auer (Kufstein) im Knaus Mercedes-AMG GT3 mit einem starken vierten Rang und dem Vorstoß auf Position 2 im Gesamtklassement. Dagegen war es diesmal Teamkollege Maximilian Götz (34, Uffenheim), der nach einem Reifenschaden am BWT-Boliden außerhalb der Punkteränge landete. Und auch David Schumacher (20, Salzburg), der in seinem Ravenol-Renner mit der zweitschnellsten Rennrunde glänzte, ging nach einer frühen Strafe und einem späten Unfall abermals leer aus.

Das morgendliche Qualifikationstraining hatte sich wie am Vortag als Wetterlotterie gestaltet. Am Ende lagen die vorne, die es geschafft hatten, bei abtrocknender Piste auf Slickreifen kurz vor Ablauf der 20 Minuten nochmals über Start/Ziel zu fahren – was beispielsweise Auer um wenige Sekunden nicht mehr gelang. Dennoch versprachen die Startpositionen 6 (Götz) und 8 (Auer) fürs Rennen eine gute Ausgangslage. Rang 23 für Schumacher war derweil irrelevant, stand dem DTM-Rookie wegen Verstößen gegen die Track Limits im Rennen am Vortag doch ohnehin noch eine Durchfahrtsstrafe bevor.

Während Schumacher die Strafe unmittelbar bei Rennbeginn antrat, setzten sich Götz und Auer nach dem fliegenden Start im Pulk erneut blendend in Szene und schoben sich im Verlauf der ersten beiden Runden auf die Positionen 4 und 5 nach vorne. Weil Götz mit starkem Untersteuern an seinem Fahrzeug haderte, ließ er Kollege Auer passieren, der sich umgehend an die Verfolgung der Spitzengruppe machte.

Nach der Serie der Boxenstopps hatte Geburtstagskind Auer zunächst weiter das Podest im Visier, verlor in der Folge aber eine Position. „Mit den neuen Reifen war die Pace sehr gut, aber mit Fortdauer des Rennens ließ die Performance nach, sodass ich den Porsche nicht halten konnte“, schilderte der Tiroler, der nach dem Restart in Folge einer „Full Course Yellow“ (Bergung eines ausgerollten Fahrzeugs) noch einen letzten Angriff wagte, sich am Ende aber mit dem vierten Rang begnügte, wodurch er sich in der Tabelle auf den zweiten Platz nach vorne schob. Zwei Rennwochenenden vor Saisonschluss ist die Devise für „Luggi“ damit klar: „Ab jetzt gibt’s kein Taktieren mehr. Am Red Bull Ring und in Hockenheim zählt nur noch Attacke!“

Hingegen musste Max Götz nach dem großartigen Podestplatz vom Vortag einen Dämpfer einstecken. Mit 15 Kilogramm Erfolgsballast unterwegs und trotz eines nicht perfekten Boxenstopps hielt sich der Titelverteidiger auf Platz 7, als diesmal ihn ein Reifenschaden ereilte: „Sehr schade, denn bis dahin war es sehr gut gelaufen“, bedauerte der Titelverteidiger, der sich am Ende mit Rang 15 begnügen musste. „Das wären wieder wertvolle Punkte gewesen. Der zweite Boxenstopp hat uns natürlich weit zurückgeworfen. Sehr enttäuschend, aber wenigstens waren wir auch heute schnell, was mich zuversichtlich in die letzten beiden Rennwochenende gehen lässt.“

David Schumacher schließlich wurde einmal mehr für eine sehr gute Leistung nicht belohnt. Nach Absitzen der Strafe Letzter, drehte der Wahl-Österreicher richtig auf, brannte die zweitschnellste Rennrunde in den belgischen Asphalt und fuhr wieder in Tuchfühlung zu den Top-15, als er nach dem Restart in der letzten Runde unschuldiges Opfer einer Massenkollision wurde. „Es war eigentlich ein sehr gutes Wochenende, weil die Pace absolut gepasst hat“, konstatierte der DTM-Rookie. „Leider hatte ich wieder ziemlich viel Pech. Heute Morgen ist mir auf der letzten schnellen Runde ein Konkurrent im Weg gestanden. Im Rennen waren wir wieder flott unterwegs. Beim Restart wurde ich leider im Getümmel eingezwickt, und kurz darauf hat sich direkt vor mir einer gedreht. Ich konnte nicht mehr ausweichen. Leider wieder nichts Zählbares, aber die Richtung stimmt!“

„Dieses Wochenende war ein einziges Auf und Ab – eine echte Achterbahnfahrt“, so WWR-Teamchef Christian Hohenadel kopfschüttelnd. „Gestern hatte Luggi das Pech, heute Max. Ich freue mich mit unserem Geburtstagskind über den vierten Rang, der uns in der Meisterschaft wieder in Schlagdistanz bringt, auch wenn 32 Punkte Rückstand auf van der Linde ein Haufen Holz sind. Aber wir geben natürlich nicht auf und werden ihm einen heißen Kampf liefern. David hat wieder bewiesen, dass er die Performance hat, um ganz vorne mitzumischen. Die zweitschnellste Rennrunde war ein eindrücklicher Beleg dafür. Was ihm fehlt, ist ein Erfolgserlebnis. Lob auch an die Mannschaft – die Stopps von Auer und Schumacher waren top!“

Das vorletzte Rennwochenende der DTM-Saison 2022 steigt am 24./25. September auf dem Red Bull Ring bei Spielberg in der Steiermark.