Durchwachsener Rennsonntag für WWR
Enttäuschung für das Mercedes-AMG Team WINWARD am Rennsonntag des DTM-Wochenendes auf dem Lausitzring: Auer als Einziger in den Punkten.

Das zweite DTM-Wochenende der Saison 2022 auf dem Lausitzring ist für das Mercedes-AMG Team WINWARD Racing mit einem insgesamt enttäuschenden Ergebnis zu Ende gegangen. Am Ende eines schwierigen Rennsonntags durfte sich nur Lucas Auer (27, Kufstein/A) als Achter weitere Punkte für die Gesamtwertung gutschreiben lassen. Seine Teamkollegen David Schumacher (20, Salzburg/A) und Maximilian Götz (36, Uffenheim) mussten sich mit den Schlussrängen 14 und 15 begnügen.
Bereits das morgendliche Qualifikationstraining war für das WWR-Trio nicht nach Wunsch verlaufen. Während Schumacher als Zehnter die beste Startposition seiner noch jungen DTM-Karriere herausfuhr, waren Auer (9.) und insbesondere Götz (19.) alles andere als zufrieden mit ihrer Ausgangslage. Wobei die entscheidende Schlussphase besonders turbulent verlief, nachdem das Qualifikationstraining kurz vor Schluss wegen eines Zwischenfalls auf der Strecke unterbrochen werden musste. In den letzten vier Minuten nach dem Restart gelang es keinem der drei WWR-Piloten, eine makellose Runde in den Asphalt zu zaubern – und das in einem hautengen Qualifying, in dem die ersten 20 Fahrer durch weniger als sechs Zehntelsekunden getrennt waren!
Auch das Rennen verlief nicht nach Fahrplan. Auer klagte von Beginn an über ein nicht perfektes Fahrverhalten seines KNAUS Mercedes-AMG GT3: „Die Pace war nicht gut, ich musste mich von Anfang an nach hinten verteidigen. Das wurde auch mit dem zweiten Reifensatz leider nicht besser. Wir müssen analysieren, wieso wir zwischen gestern und heute so viel Performance verloren haben. Mit dem achten Rang haben wir immerhin Schadensbegrenzung betrieben, wobei wir in der einen oder anderen Situation auch von Problemen der Mitbewerber profitiert haben.“ In der Gesamtwertung rutschte „Luggi“ vom ersten auf den dritten Rang zurück.
DTM-Rookie Schumacher verlor beim fliegenden Start einige Positionen und kehrte nur auf Rang 14 aus der ersten Runde zurück. Dank guten Renntempos und eines gelungenen Boxenstopps behielt der Pilot des Ravenol-Boliden dennoch die Punkteränge im Visier. Bis ihm in der letzten Runde ein zu überrundendes Fahrzeug in die Quere kam: „Ich musste ausweichen, geriet mit den rechten Rädern aufs Gras, worauf sich Max neben mich schob. Wir haben uns zwar nicht berührt, aber am Kurvenausgang ging mir der Platz aus, ich musste durch die Wiese und habe zwei Positionen verloren. Das Auto war insgesamt nicht perfekt, zumal ich mir bei einem Kontakt den Frontsplitter beschädigt hatte. Schade, nach dem guten Quali lief das Rennen leider alles andere als optimal.“
Titelverteidiger Götz redete ebenfalls nicht um den heißen Brei herum: „Nach dem fürchterlichen Qualifying ging auch im Rennen mit dem ersten Reifensatz überhaupt nichts. Das Auto war völlig aus der Balance, ich hatte arges Untersteuern. In der Hoffnung auf eine Safety-Car-Phase sind wir trotzdem einen langen ersten Stint gefahren. Nach dem späten Stopp in Runde 21 war ich sofort deutlich schneller und konnte noch einige Positionen gutmachen.“ Wegen eines Zwischenfalls mit einem Lamborghini-Piloten erhielt der Franke im BWT-Boliden mit der Startnummer 1 nachträglich noch fünf Strafsekunden, die ihn vom 13. auf den 15. Schlussrang zurückwarfen. Kollege Schumacher profitierte und rückte auf P14 nach vorne.
WWR-Teamchef Christian Hohenadel nahm den mäßigen Rennsonntag pragmatisch: „An guten Tagen gewinnt man, an weniger guten lernt man. Wir haben einiges aufzuarbeiten. Trotzdem muss ich die Mannschaft loben. Die Jungs haben um jedes Hundertstel gekämpft und heute sehr gute Boxenstopps abgeliefert. Bis zum nächsten Rennen werden wir genau analysieren, was hier nicht perfekt geklappt hat. Und dann greifen wir in Imola wieder an. Dort haben wir schon getestet und reisen mit einem guten Gefühl an diese tolle Rennstrecke.“
Auf dem legendären „Autodromo Enzo e Dino Ferrari“ vor den Toren Bolognas gehen am 18./19. Juni die Wertungsläufe 5 und 6 der DTM-Saison 2022 über die Bühne. ProSieben überträgt wie immer live.
