Podestplatz und Tabellenführung für WWR
Lucas Auer wird im Samstagsrennen auf dem Lausitzring Dritter und übernimmt die Tabellenspitze in der DTM 2022. Platz 10 für Max Götz, David Schumacher out.

Das Mercedes-AMG Team WINWARD Racing hat im dritten Saisonrennen der DTM 2022 den zweiten Podestplatz eingefahren. Lucas Auer (28, Kufstein/A) steuerte den KNAUS Mercedes-AMG GT3 im Samstagsrennen auf dem Lausitzring auf den dritten Rang. Titelverteidiger Maximilian Götz (36, Uffenheim) belegte im BWT-Boliden nach harten Fights den zehnten Rang und ergatterte damit noch einen Meisterschaftspunkt. Derweil musste David Schumacher (20, Salzburg/A) seinen Ravenol-Renner nach etwa zwei Renndritteln auf der 4,6 Kilometer langen Piste unweit von Dresden mit Bremsproblemen abstellen.
Der Renntag hatte für Auer mit der schnellsten Zeit im morgendlichen Qualifying perfekt begonnen. Beim fliegenden Start musste sich der Polesitter jedoch der Turbo-Power seines Reihennachbarn Sheldon van der Linde beugen. Weil sein Pflichtboxenstopp am Ende der siebten Runde nicht perfekt klappte, verlor der Österreicher gut vier Sekunden und eine weitere Position. Bis ins Ziel kontrollierte der Auftaktsieger aus Portimão seinen dritten Rang sicher und übernahm damit wieder die DTM-Tabellenspitze.
„Mehr war heute nicht drin“, so Auer. „Das Auto war gut, und ich habe meinen Job gemacht. Am Start hatte ich gegen den BMW keine Chance, wobei ich glaube, dass wir ihn auch über die Distanz nicht hätten halten können. Nach den Stopps habe ich mich darauf konzentriert, den Podestplatz nach Hause zu bringen. Die Pace war gut, ich bin sauber durchgefahren. Wenn man auf Pole steht und dann Dritter wird, kann man einigermaßen zufrieden sein. Aber eben nicht ganz.“
Maximilian Götz zeigte vom enttäuschenden 13. Startplatz aus ein starkes Rennen, arbeitete sich rasch in die Punkteränge vor, hatte dort aber zweimal Pech. „Zuerst wurde mitten in Turn 1 direkt vor dem Pulk, in dem ich fuhr, ein Audi wegen eines Reifenschadens langsamer. Ich konnte gerade noch ausweichen, hätte aber fast das Auto verloren. Da waren zwei Konkurrenten vorbei. Das war ein haariger Moment bei rund 240 km/h“, schilderte der Champion. „Gegen Ende lief ich auf Rast auf, war auch schneller als der Audi, musste mich dann aber gegen Cassidy wehren, dessen Ferrari neue Reifen hatte. In der vorletzten Runde hat es Nick dann mit der Brechstange versucht. Die Rennleitung hat die Aktion nicht geahndet, also möchte ich sie auch nicht weiter kommentieren. Immerhin gab’s noch einen Punkt. Morgen wollen wir zusehen, dass wir weiter vorne starten, dann ist einiges möglich. Die Balance meines Autos war sehr gut.“
DTM-Rookie David Schumacher schließlich hatte im engen Qualifying, in dem 21 Fahrzeuge in einer Sekunde lagen, in nur einem Versuch Platz 17 erreicht – allerdings im Wissen, dass ihm eine Rückversetzung um zehn Positionen blühen würde. Im ersten freien Training am Freitag hatte seine Crew versehentlich Reifen aufgezogen, die für diese Session nicht gezeichnet gewesen waren. Im Rennen arbeitet sich der letztjährige Formel-3-Pilot gut nach vorne und kam nach der zweiten Runde bereits auf Platz 20 bei Start und Ziel vorbei.
Doch sein Vorwärtsdrang wurde zunehmend von Bremsproblemen gestört. Schumacher: „Das Bremspedal wurde immer weicher. Ich musste vor jeder Kurve pumpen. Nachdem ich in Runde 23 in Turn 2 geradeaus gefahren bin, haben wir aus Sicherheitsgründen aufgehört. Insgesamt war die Pace okay, aber einen Tick zu langsam, um entscheidend attackieren zu können. Überholen war fast ein Ding der Unmöglichkeit. Wir haben jetzt ein paar Dinge abzuarbeiten, dann gilt es, morgen früh ein gutes Quali hinzubekommen. Und dann sehen wir weiter.“
WWR-Teamchef Christian Hohenadel zeigte sich generell zufrieden, hätte sich aber eine kompaktere Mannschaftsleistung gewünscht: „Richtig happy sind wir erst, wenn wir mit allen drei Autos vorne fahren. Aber ich will mich nicht beschweren. Luggi hat eine starke Leistung gezeigt und die Tabellenspitze zurückerobert. Max ist ein richtig gutes Rennen gefahren, hat aber ziemlich viel Pech gehabt. Auch David wird bald vorne mitmischen, wenn wir und er unser Potenzial mal auf den Punkt bringen. Daran arbeiten wir hart.“
Das zweite Rennen auf der 4,6 Kilometer langen Streckenvariante durch den spektakulären Turn 1 des Lausitzring-Triovals wird am morgigen Sonntag um 13.30 Uhr gestartet. ProSieben überträgt ab 13 Uhr live, auf www.grid.dtm.com finden Fans jede Menge Infos und Hintergründe zu der populären Rennserie.
